Dialogkiosk: Dolce Città

Partizipative Werk.Stadt am Rindermarkt: Gemeinsam Stadtraum gestalten

Dialogkiosk: Dolce Città

Partizipative Werk.Stadt am Rindermarkt: Gemeinsam Stadtraum gestalten

München, Juli 2026 – Im Rahmen des Ruffini Mercato am Münchner Rindermarkt wurde mit dem Projekt „Dialogkiosk: Dolce Città“ ein temporäres, partizipatives Format an der Schnittstelle von Architektur, Design, Stadtentwicklung und Zirkularität realisiert. Am 15. Juli 2026 verwandelte sich der Rindermarkt in einen Ort für Austausch, kreatives Arbeiten und urbane Experimente. Dolce Città verband gemeinsames Bauen mit öffentlichem Diskurs und eröffnete neue Perspektiven auf die Nutzung und Weiterentwicklung innerstädtischer Räume.

Im Zentrum von „Dolce Città“ stand die Frage, wie öffentlicher Raum gemeinschaftlich gestaltet und zugleich nachhaltig weiterentwickelt werden kann und folgt damit dem Konzept des “Dialogkiosks”. Als offene Werk.Stadt und Stadtgespräch verknüpfte das Projekt den praktischen Bauprozess mit Fragen der Architektur und Stadtentwicklung. Der Stadtraum wurde dabei nicht nur als fertiger Bestand verstanden, sondern als gestaltbarer und veränderbarer Handlungsraum, der durch gemeinschaftliches Engagement aktiviert werden kann.

Ein wesentlicher Bestandteil war der DesignBuild-Workshop, in dem aus wiederverwendeten Materialien mobile Add-on-Elemente für den öffentlichen Raum entwickelt und gebaut wurden. Dabei kamen unter anderem zurückgewonnene Holzlatten und Kanthölzer aus vergangenen Ausstellungen und Projekten zum Einsatz. Aus den Materialien entstanden temporäre Elemente wie Stufentische, und Liegestühle, die den Stadtraum ergänzen und neue Möglichkeiten für Aufenthalt, Begegnung und Kommunikation eröffnen.

Der gemeinsame Bauprozess war dabei selbst Teil des architektonischen Konzepts: Partizipation wurde nicht nur diskutiert, sondern räumlich und praktisch erprobt. Bürgerinnen und Bürger, Studierende, Kreative und weitere Beteiligte konnten sich in den Entstehungsprozess einbringen und gemeinsam an der Gestaltung des Ortes arbeiten. Die Idee des Dialogkiosks fungierte damit zugleich als gebautes Objekt, soziale Infrastruktur und niedrigschwelliger Ort des Austauschs.

Aus architektonischer Perspektive stand das Projekt exemplarisch für einen erweiterten Begriff von Bauen im Bestand und zirkulärem Planen. Die Wiederverwendung vorhandener Materialien wurde mit einer temporären Aktivierung des Stadtraums verbunden. Statt neue Ressourcen zu verbrauchen, wurden vorhandene Materialien neu interpretiert, umgenutzt und in einen veränderten räumlichen Kontext überführt. Zirkularität wurde damit als konkrete Entwurfs- und Handlungspraxis sichtbar und unmittelbar erfahrbar.

Ergänzend zum praktischen Arbeiten öffnete „Dolce Città“ den Raum für Gespräche über die Zukunft der Stadt. Im Mittelpunkt standen Fragen des zirkulären Bauens, der Transformation und Aktivierung von Leerständen sowie die Rolle sogenannter Dritter Orte als soziale und kulturelle Infrastrukturen. Dabei wurde diskutiert, wie temporäre Interventionen und partizipative Prozesse Impulse für langfristige Transformationsprozesse setzen können.

„Dolce Città“ verstand sich damit als experimentelles urbanes Labor: Ein Ort, an dem Architektur nicht ausschließlich als dauerhaftes Gebäude, sondern als Prozess des gemeinsamen Entwickelns, Bauens, Nutzens und Weiterdenkens verstanden wurde. Die Intervention zeigte, wie durch die Verbindung von Wiederverwendung, DesignBuild und Partizipation neue Formen urbaner Teilhabe entstehen und bestehende Stadträume temporär neu aktiviert werden können.

Als Teil des Ruffini Mercato fügte sich das Projekt in ein interdisziplinäres Programm aus Design, Handwerk, Kreativwirtschaft, Diskurs und Stadtexperiment ein. Gemeinsam mit den weiteren Akteurinnen und Akteuren des Mercato entstand ein temporärer Möglichkeitsraum, der Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung nicht nur thematisierte, sondern praktisch und räumlich erprobte.

Kooperationspartner

  • Landeshauptstadt München

  • Kreativ München

  • Ruffini Mercato

  • Atelier Bildau

  • bmquadrat | Architektur + Design + Kommunikation

  • Treibgut e. V.

  • LIGNOLOC® Holznägel von BECK Fastening

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